Das Jugendländerturnier 2026 muss eine weitere kurzfristige Absage verkraften. Knapp zwei Wochen vor Turnierbeginn hat die Landesauswahl Berlin/Brandenburg Big East ihre Teilnahme zurückgezogen. Damit muss der Spielplan für das Turnier am 24. und 25. Oktober in Bochum und Herne erneut angepasst werden.

Betroffen ist wieder der Vorrundenstandort Bochum, an dem nun lediglich eine Begegnung stattfinden wird.

Nachdem bereits die Schleswig-Holstein Sharks ihre Teilnahme am B-Turnier abgesagt hatten, trifft die erneute Absage die Turnierorganisation in einer Phase, in der die Vorbereitungen an beiden Standorten weitgehend abgeschlossen sind. Für die gastgebenden Vereine, die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sowie die beteiligten Dienstleister bedeutet dies eine weitere kurzfristige Umplanung.

Besonders unglücklich ist die Situation für den Standort Bochum. Auf der Sportanlage Schultenhof, wo die GreenMachine NRW ihre Vorrunde bestreiten sollte, waren ursprünglich mehrere Begegnungen vorgesehen. Nach dem Wegfall des B-Turniers und dem jetzigen Rückzug von Big East bleibt dort am Samstag nur noch das Spiel zwischen der GreenMachine NRW und den Niedersachsen Mustangs.

Sportliche Gründe für den Rückzug

Patrick Gorre, Head Coach der Landesauswahl Big East, erläuterte die Hintergründe der Entscheidung in einer Mitteilung an die beteiligten Coaches.

Demnach wurden in drei Sichtungscamps rund 80 Spieler gesichtet. Nach verschiedenen Absagen verblieben etwa 55 Spieler, von denen letztlich im besten Fall lediglich 30 für eine Teilnahme am Jugendländerturnier zur Verfügung gestanden hätten.

Gorre verweist dabei auf erhebliche Defizite bei den Football-Grundlagen, der Athletik und den körperlichen Voraussetzungen. Hinzu seien eine unzureichende Trainingsbeteiligung und mangelnde Verbindlichkeit gekommen. Beim letzten Vorbereitungscamp hätten an beiden Tagen jeweils weniger als 25 Spieler auf dem Trainingsplatz gestanden.

Insbesondere die körperliche Belastung während des Turniers habe schließlich den Ausschlag gegeben.

„Bei drei Spielen à 32 Minuten und einem Kader von lediglich 30 Spielern, von denen einige auf beiden Seiten des Balls hätten spielen müssen, sehen wir ein nicht vertretbares Belastungs- und Verletzungsrisiko.“

Der Head Coach betont, dass es bei der Entscheidung nicht um sportliche Erfolgsaussichten gegangen sei, sondern um die Verantwortung gegenüber den Jugendlichen.

„Uns geht es ausdrücklich nicht darum, ein Siegerteam aufzustellen oder unbedingt das JLT gewinnen zu wollen. Eine Auswahlmannschaft sollte jedoch für Qualität, Commitment und den Stolz stehen, das eigene Bundesland vertreten zu dürfen.“

Unter den gegebenen Umständen sei eine Teilnahme weder sportlich noch mit Blick auf die Gesundheit der Spieler zu verantworten gewesen, daher hat Head Coach Gorre das Verbandspräsidium Berlin/Brandenburg und das Team kurzfristig über die Nichtteilnahme in Kenntnis gesetzt.

Erneute Herausforderung für die Turnierorganisation

Für das Organisationsteam des Jugendländerturniers ist der zweite Rückzug innerhalb weniger Wochen ein erheblicher Einschnitt. Die Planungen für ein Turnier dieser Größenordnung beginnen viele Monate im Voraus. Spielstätten, Personal, Sicherheitskonzepte, medizinische Versorgung, Verpflegung und technische Infrastruktur müssen frühzeitig organisiert und verbindlich abgestimmt werden.

Dass nun ausgerechnet am Standort des Gastgebers ein Großteil des ursprünglich vorgesehenen Spielprogramms entfällt, ist besonders bedauerlich. Schließlich haben sich die Bochum Rebels gemeinsam mit dem AFCV NRW intensiv auf die Ausrichtung vorbereitet, um Mannschaften und Zuschauern ein attraktives Football-Wochenende zu ermöglichen.

Die von Head Coach Gorre geschilderten Schwierigkeiten verdeutlichen, wie anspruchsvoll es sein kann, eine konkurrenzfähige und ausreichend besetzte Landesauswahl zusammenzustellen. Neben der sportlichen Vorbereitung spielen dabei auch langfristige Strukturen, die Unterstützung durch den Landesverband und die Verbindlichkeit der teilnehmenden Spieler eine wichtige Rolle.

Die Entscheidung, die Gesundheit der Jugendlichen in den Vordergrund zu stellen, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Dennoch bleibt die Frage, ob sich die Entwicklung durch frühzeitige Abstimmungen und gemeinsame Lösungsansätze möglicherweise hätte vermeiden lassen. Zudem hätte es auch im Turnierverlauf Möglichkeiten gegeben, zum Beispiel in Kooperation mit den Officials und laufender Uhr für den Schutz der Spieler zu sorgen. Diese Optionen wurden bei der Absage der Turnier-Teilnahme durch Head Coach Gorre leider offenbar nicht in Betracht gezogen.

Die kurzfristige Absage hat jedenfalls weitreichende Auswirkungen. Betroffen sind nicht nur die Nachwuchsspieler, denen die Teilnahme an einer Deutschen Landesmeisterschaft entgeht, sondern auch die anderen Landesauswahlen und insbesondere die ausrichtenden Vereine. Diese haben über viele Monate erhebliche ehrenamtliche Arbeit und finanzielle Mittel in die Vorbereitung des Turniers investiert. Eine so kurzfristige Änderung stellt alle Beteiligten vor zusätzliche organisatorische Herausforderungen.

GreenMachine trifft in einem regulären Spiel auf Niedersachsen

Für die GreenMachine NRW und die Niedersachsen Mustangs steht damit am Samstag, 24. Oktober, nur noch eine Begegnung auf dem Programm. Anders als im ursprünglich vorgesehenen Turniermodus werden beide Landesauswahlen ein vollständiges Spiel über vier Viertel zu jeweils zwölf Minuten absolvieren.

Eine kurzfristig geprüfte Möglichkeit, die Hessen Pride als Ersatz für Big East in die A-Gruppe aufzunehmen, ließ sich aufgrund der knappen Vorbereitungszeit nicht mehr realisieren.

Die Verantwortlichen des AFCV NRW und des niedersächsischen Landesverbandes stehen bereits im Austausch über den weiteren Ablauf.

Änderungen auch am Finaltag in Herne

Wie Turnierleiter Christian Freund mitteilte, ergeben sich durch den Rückzug weitere Änderungen am Turniermodus.

In der Gruppe B wird nur noch eine Begegnung ausgetragen. Am Sonntag, 25. Oktober, finden im Herner Horststadion ausschließlich das Spiel um Platz drei und das Finale statt. Der Drittplatzierte der A-Gruppe wird automatisch auf dem fünften Platz geführt.

Für Berlin/Brandenburg hat der Rückzug zudem sportliche Konsequenzen: Big East gilt als Absteiger und wird für das Jugendländerturnier 2027 der B-Gruppe zugeordnet.

Die neuen Kickoff-Zeiten für die Vorrunde und die Platzierungsspiele sind im neuen Turnierplan des Jugendländerturniers veröffentlicht.

Vorfreude auf das Jugendländerturnier bleibt

Trotz der erneuten Änderungen laufen die Vorbereitungen an beiden Standorten weiter. Das Organisationsteam arbeitet gemeinsam mit den Bochum Rebels und den Herne Black Barons daran, den teilnehmenden Landesauswahlen und den Football-Fans am 24. und 25. Oktober bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten.

Auch wenn der sportliche Umfang des Turniers nun geringer ausfällt als ursprünglich geplant, bleibt das Ziel unverändert: Den besten Nachwuchsfootballern der teilnehmenden Landesverbände eine würdige Bühne für ihre Deutsche Landesmeisterschaft zu bieten.

Aktuelle Informationen zum Spielplan und zu den Kickoff-Zeiten findet ihr unter Scores & Stats auf dieser Website.

organisation

Der AFCV NRW e.V. übernimmt die übergeordnete Koordination des Turniers und Abstimmung mit dem AFVD. Die Herne Black Barons und die Bochum Rebels sind als lokale Ausrichter für die operative Umsetzung an den Spielstätten verantwortlich.

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